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Der Kreis Heinsberg

 

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Wenn es sie nicht gäbe, man müsste sie erfinden: die Erholungslandschaft, die mit Naturschönheiten, Kulturschätzen und Freizeitmöglichkeiten so vielseitig ausgestattet ist wie der Kreis Heinsberg.

Für die stillen Entdecker wie für die Aktiven - dieser offene Landstrich, der Deutschland und die Niederlande durch einen weitläufigen Naturpark ohne Schlagbäume miteinander verbindet, bietet Erholung und Entspannung in vielen Varianten. Hier erlebt man noch unverfälschte Natur, mit selten gewordenen, geschützten Pflanzen und Tieren, stillen Wasserläufen und verträumten Heideflächen. Beim ausgiebigen "Fietsen" (Radfahren) und Wandern in dieser typischen Niederrheinlandschaft mit ihren charakteristischen Wind- und Wassermühlen lassen sich auf Schritt und Tritt geschichtsträchtige Baudenkmäler entdecken. Und kleine Museen vermitteln wissenswerte Einblicke in Land und Leute aus diesem interessanten Grenzgebiet.

Und wer es aktiver liebt: ein Hochwildfreigehege, ein Naturlehrpark, Fahrten mit der historischen Schmalspur-Dampfeisenbahn, aber auch Tennis, Golf, Wassersport - jeder findet für sich das Richtige zum Entspannen in dieser Landschaft, die ihre Entdecker mit freundlicher Gastlichkeit belohnt - in sorgsam restaurierten alten Mühlen, Landgasthöfen, Hotels.

Die Freizeit - Region Heinsberg - das Land zwischen Maas und Niederrhein - ist voller Abwechslung. Es bietet landschaftliche Vielfalt, kulturelle und geschichtliche Sehenswürdigkeiten sowie sportliche Aktivitäten in vielen Bereichen. Der westlichste Kreis Deutschlands wird charakterisiert durch die weiten Ebenen des Selfkants im Westen und dem landwirtschaftlich geprägten Erkelenzer Land im Osten. Von Süden herauf durchziehen die Region die Fluss - und Auenlandschaften von Rur und Wurm, an denen viele kleine Schlösser und Adelssitze liegen.

Im Norden befindet sich der Internationale Naturpark Maas - Schwalm - Nette mit seinen ausgedehnten Wäldern, zahlreichen Seen und Heideflächen.

Dort, wo der Horizont sich weitet und man über wogende Felder blickt, prägten Windmühlen über lange Zeit das Bild der Landschaft. Heute gibt es hier noch zwei voll funktionsfähige Windmühlen, in denen Korn gemahlen werden kann. An Fluss- und Bachläufen liegen versteckt die Wassermühlen der Region. Viele von ihnen beherbergen heute Cafés und Restaurants und sind daher beliebte Ausflugsziele.

Schlösser, Burgen und Motten gibt es hier gleich im dreifachen Dutzend. Darunter befindet sich nicht nur die größte Motte am Niederrhein, die frühmittelalterliche Wehranlage "Alde Berg", sondern auch einige der schönsten Schlösschen und Adelssitze. Als kulturhistorische Zeugen einer einst feudalen Zeit haben sie bis heute nichts von ihrem romantischen Reiz und ihrer Sehenswürdigkeit verloren.

Mehr als 500 km bestens ausgeschilderte Rad - Wanderwege bieten optimale Voraussetzung für grenzenloses Fahrvergnügen. Radeln Sie durch die frische Waldluft des Meinweges, vorbei an Mais und Rüben über die offene Bördenlandschaft oder auf ein "kopje Koffie" kurz über die Grenze zu unseren niederländischen Nachbarn.

Die großen Waldgebiete laden zu ausgedehnten Wanderungen ein. Die weiten Ebenen des Westens lassen sich hervorragend mit dem Pferd erkunden. Sie können aber auch nach Belieben den Golfschläger schwingen und mit einem Ultra- leicht- oder Segelflieger in die Lüfte gehen. Darüber hinaus bieten die vielen Seen die Möglichkeit, nach Herzenslust zu paddeln, schwimmen, segeln oder surfen (Quelle: Heinsberger-Tourist-Service e.V. siehe auch www.hts-info.de)

Bodenständigkeit, Fleiss und Ehrgeiz der Bewohner haben den Charakter der Region nachhaltig geprägt. Dem geschäftigen Leben in den Innenstädten steht die erholsame Ruhe der Wald- und Wiesenflächen der Umgebung gegenüber. So frei und offen die Landschaft, so klar der Horizont, so natürlich und herzlich sind auch die Bewohner.

Neben den unter Denkmalschutz stehenden Windmühlen, in denen es im wahrsten Sinne des Wortes heute noch klappert, hat sich im Kreis Heinsberg aber auch modernste Technologie, wie das Siemens-Prüfzentrum für Schienenfahrzeuge in Wegberg-Wildenrath, wo Züge ihre Testrunden drehen bevor sie in Taipeh, London oder Berlin eingesetzt werden, angesiedelt.

Der Einzelhandel bietet einem großen Einzugsbereich bis weit in die benachbarten Niederlande hinein ein breitgefächertes Sortiment, vom täglichen Bedarf bis hin zu den gehobenen Wünschen. Die mehrmals wöchentlich an verschiedenen Stellen stattfindenden Märkte überwältigen mit einer Vielfalt von Gemüsen und Früchten. Mit der Errichtung des Factory Outlet Centers in Hückelhoven entstand ein Shopping-Areal mit überregionaler Anziehungskraft.

Die Traditionspflege besitzt für die Heinsberger eine große Bedeutung, gehören die alten Sitten und Gebräuche doch zu ihrem kulturellen Erbe. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Heinsberger altbacken und altmodisch sind.

Was wäre die Region ohne kulturelle Angebote? Der Veranstaltungskalender zeigt: Es gibt regelmäßig wechselnde Theateraufführungen mit bekannten Schauspielern sowie eine Reihe von Konzerten, deren Palette von Kammermusik über Rock und Pop bis hin zu Jazz und Kabarett reicht. Comedy und Kabarett bilden eine kulturelle Hochburg in der Region.

Übach-Palenberg und Hückelhoven gehörten einst zu Europas ältestem Steinkohlerevier, dem Aachener Revier. Heute zeugen noch das Carolus-Magnus-Zentrum in Übach-Palenberg mit seiner Lohnhalle, Bergbausiedlungen in beiden Städten sowie der Förderturm in Hückelhoven von diesem Teil der Industriegeschichte, der die ganze Region prägte.

Zu den im Kreis Heinsberg ansässigen Unternehmen gehören eine ganze Reihe von Firmen, die weltweit arbeiten. Außerdem beheimatet Heinsberg mittelständische Bauunternehmen, die im ganzen Bundesgebiet tätig sind.

Erfolg steckt an. Vom Erfolg vieler mittelständischer Unternehmen hat sich schon manch engagierter Jungunternehmer anstecken lassen. Zu den vielen, z. T. seit Jahrhunderten gewachsenen Familienunternehmen gesellten sich immer schon zugewanderte oder neugegründete Firmen, die beispielsweise im Gründer - Service - Zentrum in Hückelhoven ein ideales Umfeld finden.

 

Die Region Heinsberg

 

Bereits seit dem 8. Jahrhundert sind Kirchenbauten im Kreisgebiet nachzuweisen. Im Mittelalter erfolgten dann zahlreiche Gründungen von
Siedlungen. Ende des 15. Jahrhunderts gehörte die heutige Region bzw. der Kreis Heinsberg überwiegend zur Herrschaft von Heinsberg.
Vom Grafen von Geldern wurde der nordöstliche Teil um Erkelenz und Wegberg beherrscht. Dem Hochadeligen Stift Thorn an der Maas
unterstanden Teile der heutigen Stadt Übach-Palenberg.
1484 ging die Herrschaft von Heinsberg auf den Herzog von Jülich über.
Das geldrische Gebiet kam im Laufe des 16. Jahrhunderts unter spanische Herrschaft, später zu den österreichischen Niederlanden.
Nach Eroberung des linksrheinischen Gebietes durch Napoleon wurde das heutige Kreisgebiet 1794 unter französische Verwaltung gestellt.
Im Jahr 1815 wurde das Kreisgebiet dem Land Preußen zugeteilt.
Mit Errichtung des Regierungsbezirks Aachen entstanden 1816 die Kreise Heinsberg, Erkelenz und Geilenkirchen. 1932 wurden die Kreise Geilenkirchen und Heinsberg zusammengefasst.
Aufgrund der vorübergehenden Unterstellung des Gebietes der jetzigen Gemeinde Selfkant in den Jahren 1945 bis 1963 unter niederländische Verwaltung, hieß dieser Kreis ab 1951 "Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg".
Im Rahmen der kommunalen Neugliederung im Raum Aachen entstand durch Zusammenlegung der Kreise Geilenkirchen-Heinsberg und Erkelenz am 1. Januar 1972 der neue Kreis Heinsberg.

 

Erkelenz


Bereits in römischer Zeit als "Herculentiacum" bekannt, tritt Erkelenz in einer Schenkungsurkunde Otto des Großen aus dem Jahr 966 namentlich in das Licht der Geschichte. Im Schnittpunkt alter Handelsstraßen zwischen Rhein und Maas gelegen, erlebte die Stadt von Graf Reinald II. 1326 mit Stadtrechten ausgestattet, unter dem geldrischen Löwen als Festung und Handelsplatz ihre erste wirtschaftliche Blüte. Im 18. Jahrhundert wurde Erkelenz von religiösen und kriegerischen Auseinandersetzungen überschattet und sank zu einem fast bedeutungslosen Landstädtchen herab. Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Aachen - Mönchengladbach im Jahre 1852 gewann Erkelenz rasch Anschluss an die aufblühenden Industriebereiche des Niederrheins. In der Landwirtschaft begann man mit der Anpflanzung der Zuckerrübe, die noch heute das Landschaftsbild prägt. Mit dem Wiederaufbau der kriegszerstörten Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg gewann Erkelenz ein neues Bild. Gepflegte, neuerschlossene Wohngebiete, umfasst von großzügigen Grüngürteln, ziehen sich rund um den alten Stadtkern, der mit seinem Zentrum zwischen Burg und Lambertuskirche als reizvolle Fußgängerzone zum "Flanieren" einlädt. Ein reichhaltiges Angebot an Freizeiteinrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten macht Erkelenz zu einem lohnenswerten Ziel.

 

Gangelt

Gangelt wurde bereits im Jahr 828 als Königsgut Karls des Großen erwähnt. Eine lange wechselvolle Geschichte folgte. Seit Anfang des 12. Jahrhunderts Heinsberg zugehörig, wechselte Gangelt im Jahr 1484 mit Heinsberg zum Herzogtum Jülich. Als Hauptort der Umgebung wurde Gangelt stark befestigt, wovon heute noch erhaltene Stadttore Reste der Stadtmauer und der restaurierte Burgturm Zeugnis ablegen. Mit dem Sieg der französischen Revolutionsarmeen gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden die alten Herrschaftsstrukturen zerstört. 1815/16 kam Gangelt unter preußische Verwaltung. Die heutige Gemeinde Gangelt wurde 1969 durch den Zusammenschluss mehrerer Orte gebildet. Entlang der Grenze zu den Niederlanden gelegen, bietet Gangelt dem Erholungsuchenden mit dem Rodebachtal und seinen weiten, offenen Feldfluren eine abwechlungsreiche Landschaft. Die Gemeinde ist Anziehungspunkt für die Menschen beiderseits der Grenzen geworden. Einzigartg in Europa sind das Hochwildfreigehege in Mindergangelt mit seinen über 100 verschiedenen Tierarten in einem ca. 150 ha großen Waldgelände und die Selfkantbahn. Von Ostern bis Ende September schnauft die historische Schmalspurbahn zwischen Schierwaldenrath und Gillrath an den Wochenenden durch die Landschaft.



Geilenkirchen

Beiderseits des FIüsschens Wurm erstreckt sich das heutige Stadtgebiet von der Teverner Heide im Westen, bis zu den Bachläufen zwischen Beeck und Immendorf im Osten. Der Hauptort wird eingerahmt von vielen reizvollen kleinen Dörfern mit zum Teil über 1100 jähriger Geschichte. Urkundlich wurde Geilenkirchen bereits 1170 nachgewiesen. Die Herren von Geilenkirchen werden an der Wende vom 12. in das 13. Jahrhundert erwähnt. Im Schutz ihrer Burg wuchs Geilenkirchen und erhielt im späten 14. Jahrhundert Stadtrechte. Im letzen Weltkrieg weitgehend zerstört, wurde Geilenkirchen durch den Fleiss seiner Bevölkerung schon in den 50er Jahren wieder aufgebaut. Heute stellt sich Geilenkirchen anderen Herausforderungen. Arbeit, Wohnen, Einkaufen und Freizeit am Ort bedingen eine Reihe von Neugestaltungen der lnnenstadt und der umliegenden Dörfer.

Zeugnisse der Geschichte wie Burgen, Schlösser und stattliche Gutshöfe entlang der Wurm sind heute touristische Anziehungspunkte geworden. Besonders reizvoll ist das Naturschutzgebiet "Teverner Heide", ein geschlossenes Wald- und Heidegebiet mit einzigartiger Tier- und Pflanzenwelt. Viele Möglichkeiten der aktiven Freizeitgestaltung neben Wandern und Radfahren bieten sich Bewohnern und Besuchern an. Abgerundet wird dies durch ein reichhaltiges kulturelles Angebot. Im Mittelpunkt stehen dabei die umfangreiche Sammlung des Kreismuseums und das Patrizierhaus Basten, in dem regelmäßig Konzerte, Vorträge und Ausstellungen stattfinden.

 

Heinsberg

In der Mitte des Kreises gelegen, umgeben von fruchtbaren Feldern und grünen Wiesen liegt die Stadt Heinsberg. Spazier- und Radwege durch die Feldgemarkungen sowie entlang von Rur und Wurm erschließen dem Erholungssuchenden die weiten Landschaftsräume. Im Jahre 1972 wurde die damalige Stadt Heinsberg mit den Gemeinden Karken, Kempen, Kirchhoven, Oberbruch-Dremmen, Randerath und Waldenrath zu einer neuen Stadt zusammen geschlossen. Die Stadt Heinsberg bildet als westlichste Kreisstadt der Bundesrepublik mit über 43.000 Einwohnern und 93 qkm den Mittelpunkt des Kreises Heinsberg. Ein Rückblick auf die Geschichte der Stadt zeigt, daß der Name Heinsberg seit dem frühen Mittelalter im engeren und im weiteren Bereich dieses Lebensraumes ein Begriff ist. Der Kern der damaligen Stadt war der Burgberg mit dem heutigen Selfkantdom. Als die Herren von Heinsberg im 9. Jahrhundert hier ihren Wohnsitz nahmen, bedeutete das für die bäuerliche Ansiedlung einen beachtlichen Aufschwung. Im Schutze der neuen Dynastie wuchs die Siedlung schnell zu einem bedeutenden Ort und Heinsberg erhielt bereits im Jahre 1255 die Stadtrechte. Das Heinsberger Geschlecht übte einen starken politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einfluß aus. Die bedeutenste Persönlichkeit des Heinsberger Geschlechts war Phillipp von Heinsberg ,der von 1167-1191 Erzbischof von Köln und Reichskanzler unter Kaiser Friedrich Barbarossa war. Philipp von Heinsberg war auch der Erbauer der bekannten Kölner Stadtmauer. Er fand seine letzte Ruhestätte im Hochgrab des Kölner Domes. Eine Nebenlinie des Hauses Heinsberg verbindet sich mit dem Hause Oranien, zu dem das niederländische Königshaus gehört. Nach dem Wiener Kongress von 1815 kam Heinsberg zu Preussen und wurde erstmals Kreisstadt bis zum Jahre 1932. Den schicksalsschwersten Tag erlebte die Stadt im Zweiten Weltkrieg, als sie durch einen Luftangriff fast völlig zerstört wurde. Dank des großen Engagements der Bürger konnte der Wiederaufbau der Stadt schnell voran getrieben werde. Heute ist Heinsberg ein modernes Einkaufs- und Wirtschaftszentrum mit einer guten Struktur und bedeutsamen Industrieunternehmen. Freizeit- Bildungs- und Kultureinrichtungen in großer Zahl gehören gleichermaßen zum Bild dieser pulsierenden Kreisstadt.

 

Hückelhoven

Die Rur prägt Hückelhoven. Von Südost nach Nordwest durchzieht der Fluss das Stadtgebiet. Umrahmt von Wiesen und Feldern, Baumreihen, Gehölzstreifen und einzelnen Altarmen bildet sich ein grünblaues Band in der Ebene. Früher gefürchtet wegen der häufigen Überschwemmungen hat sie, heute gezähmt, für die Stadt einen unbezahlbaren Erholungs- und Erlebniswert . Alte Dörfer Burgen und Herrenhäuser sind in fast jeder der 11 Ortschaften zu finden. Doch die Geschichte reicht noch weiter zurück. Vor ca. 2000 Jahren zogen durch das heutige Hilfarth über römische Straßen Legionäre, Kaufleute und Handwerker. Diese brachten vermutlich schon damals die heute noch gepflegte Kunst des Korbmachens in die Region. Landwirtschaft und Handwerk prägten noch im letzten Jahrhundert die wirtschaftliche Struktur des Gebietes. Um die Jahrhundertwende wurde in Hückelhoven hochwertige Anthrazitkohle gefunden. Wirtschaftlicher Aufschwung und damit verbunden ein rapides Ansteigen der Bevölkerung kennzeichneten die ersten Jahrzehnte des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Einstellung der Kohleförderung im Jahre 1997 ist für Hückelhoven eine neue Herausforderung. Die Ansiedlung neuer Industriebetriebe, die Verbesserung des Wohnumfeldes, die guten Verkehrsanbindungen und nicht zuletzt die schöne Lage entlang des Rurtals sind Grundlage für eine fortschreitende Entwicklung der Stadt.

 

Selfkant

Selfkant, so wird die Landschaft beiderseits des Saeffeler Baches bezeichnet. 1969 schlossen sich 8 bis dahin selbstständige Orte zur heutigen Gemeinde Selfkant zusammen. Erste Spuren der Besiedlung lassen sich jedoch schon in der Jungsteinzeit finden. Kelten und Germanen bewohnten diese Landschaft, bevor sie 51 v.Chr. unter römische Herrschaft geriet. In den langen Jahren der Zugehörigkeit zum römischen Imperium wurden Heer- und Handelsstraßen angelegt. Die Landschaft am Saeffelbach erlebte im Laufe der Zeit eine Reihe von Veränderungen. Die Herren von Millen, verschwägert mit den Herzögen von Geldern, stiegen zu Macht und Reichtum auf, um dann wieder im Dunkel der Geschichte zu verschwinden. Geldern und Jülich teilten sich den Selfkant, bevor er 1794 unter französische Verwaltung kam. 1815 wurde der Selfkant der Preußischen Rheinprovinz eingegliedert. Die damals gezogenen Grenzen blieben bis 1949 bestehen. Von 1949 bis 1963 kam die heutige Gemeinde Selfkant unter niederländische Auftragsverwaltung. Die Grenzlage, die früher so viele negative Begleiterscheinungen hatte, entwickelt sich heute mit Öffnung der Grenzen zu einem vorteilhaften Faktor. Zu den niederländischen Städten Sittard und Brunssum und auch bis Belgien ist es nicht weit. Gut ausgebaute Straßen und die heutige Mobilität bringen die Menschen wieder einander näher.

 

Übach-Palenberg

Beidseits des Wurmtals gelegen, kann Übach-Palenberg auf eine mehr als 1100-jährige Geschichte zurückblicken. Zeugnis einer frühen Besiedlung der heutigen Stadt geben u.a. die im Jahr 1988 gefundenen und in Teilen restaurierten Anlagen eines römischen Badehauses im heutigen Naherholungsgebiet. Wirtschaftlich wurde Übach-Palenberg im zwanzigsten Jahrhundert vom Abbau der Steinkohle durch die Zeche Carolus Magnus geprägt. Nach der Schließung des Bergwerks im Jahr 1962 bewältigte die Stadt erfolgreich den notwendigen Umstrukturierungsprozess. Eine gelungene Mischung aus Industrie, Handwerk und Handel, verbunden mit attraktiven Wohngebieten und einer guten lnfrastruktur, macht Übach-Palenberg für viele Menschen zum begehrten Wohn- und Arbeitsort. Landschaftlich besticht die Stadt durch ihre Vielfalt: das Wurmtal mit überwiegend sanft aufsteigenden z. T. bewaldeten Hängen, fruchtbare Felder oberhalb des Tales mit weitem Blick in die Umgebung und schließlich die wiederhergestellte Heidelandschaft an der westlichen Grenze zu den Niederlanden. Auch das Kultur- und Freizeitangebot, insbesondere mit dem Naherholungsgebiet Wurmtal, lässt kaum einen Wunsch offen.

 

Waldfeucht

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung wurden 1972 die damaligen Gemeinden Braunsrath, Haaren und Waldfeucht zur neuen Gemeinde Waldfeucht zusammengeschlossen. Die Dörfer der Gemeinde blicken auf eine über 800-jährige Geschichte zurück. Seinerzeit günstig an der Straße von Heinsberg ins Maasland gelegen, war das Gebiet für Feudalherren, Kaufleute und Handwerker gleichermaßen begehrt. Handel und Handwerk florierten bis zum Beginn des 19. Jahrhundert. Durch die unnatürliche Grenzziehung, die 1815 vom Wiener Kongress beschlossen wurde, änderte sich die Situation Waldfeuchts wegen der Abtrennung vom niederländischen Umland zunächst nachteilig. Die Abgeschlossenheit konservierte jedoch wertvolle alte Strukturen. Heute ist der historische Ortskern von Waldfeucht eine der Hauptattraktionen der Gemeinde. Klar erkennbar ist das Bild eines mittelalterlichen Städtchens, gebildet aus konzentrischen Ringen von Wall- und Grabenanlagen. Diese sind heute über schmale, heckenumsäumte Wege rund um den Ort zu erwandern. Die frühere Abgeschiedenheit hat sich heute in vielerlei zum einem Vorteil gewandelt. Bedeutende historische Substanz, ruhige Wohnlagen, eine noch intakte Umwelt und die Öffnung der Grenzen machen die Gemeinde heute überaus attraktiv.

 

Wassenberg

Wassenberg, reizvoll gelegen zwischen Rur und dem Höhenzug des Riedellandes, wurde im Jahre 1021 erstmals erwähnt. Erste Spuren der Besiedlung datieren jedoch aus der Steinzeit. Auch die Römer wussten Wassenbergs Vorzüge zu schätzen, erschlossen sie doch dieses Gebiet mit zwei großen Straßen. Ins Rampenlicht der Geschichte trat Wassenberg erneut um etwa 1085 als der flämische Graf Gerhard die aus einer Motte entstandene Burg zum Dynastiesitz wählte. 1283 wurde Wassenberg erstmaIs als Stadt erwähnt. Zentral gelegen, wurde es im Mittelalter zu einem regional bedeutsamen Marktflecken mit eigenem Marktrecht. Über Jahrhunderte hinweg wechselte die wirtschaftliche, politische und kulturelle Bedeutung Wassenbergs. Erwähnt sei hier das AufbIühen der Webereien im letzten Jahrhundert. Prächtige Villen und Bürgerhäuser sind beredte Zeugnisse dieser Epoche. Heute besitzt Wassenberg eine vielseitige Wirtschaftsstruktur. Überregional bedeutende Produkte im landwirtschaftlichen Bereich sind "Effelder Spargel" und der "Wassenberger Sämling", ein besonders frischer und saftiger Pfirsich. Das gesamte Wassenberger Stadtgebiet gehört wegen seiner Schönheit und Vielfältigkeit zum Naturpark Maas-Schwalm-Nette. Insgesamt 1000 ha Waldflächen bestimmen einen Großteil des Stadtgebiets. Erholungsuchende finden ein großes Angebot an Wander- und Radwegen sowie eine Vielzahl anderer Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

 

Wegberg

Die nördlichste Stadt des Kreises Heinsberg blickt auf eine mehr als 1000-jährige Geschichte zurück. Bereits im Jahr 966 in einer Urkunde unter dem Namen Berck erwähnt entstand der heutige Name im 14. Jahrhundert. Seit dem 16. Jahrhundert gehörte Wegberg teils zum Herzogtum Geldern, teils zum Herzogtum Jülich. Erst 1816, unter preußischer Verwaltung, endete diese Teilung. Das Recht die Bezeichnung Stadt zu tragen wurde Wegberg 1973 zuteil. Fast 85 qkm umfasst heute das Stadtgebiet mit 40 kleineren und größeren Ortschaften. Wälder, Bruchgebiete und Bachläufe bestimmen diese Landschaft, die wegen ihrer Schönheit und Reichhaltigkeit zum internationalen Naturpark Maas-Schwalm-Nette gehört. Kleine und große Niederungsmotten sind Zeugen der frühen Besiedlung. Entlang der zahlreichen Bäche reiht sich Mühle an Mühle. Das Wasser wurde früher nicht nur zum Mahlen von Korn genutzt. Flachsrösten in den Bruchgebieten zeugen von der Leinenherstellung, ein heute nicht mehr vorhandener Erwerbszweig, von dem jedoch das Flachsmuseum in Beeck beredt Zeugnis ablegt. Auch zur Lederherstellung wird viel Wasser benötigt, so das in Wegberg noch heute diese aus Kleinbetrieben entstandene Industrie heimisch ist. Vielfältige Industrie-, Handwerks- und Handelsbetriebe prägen mit Land- und Forstwirtschaft das wirtschaftliche Gesicht dieser Stadt. Wegberg bietet seinen Bewohnern und Besuchern ein großes Angebot an sportlichen und kulturellen Einrichtungen. Die Stadt der Mühlen, Bruchlandschaften, Wälder und Motten freut sich auf Ihren Besuch.